Fakten zu Möhren – kurz und knapp

Die Anbaufläche mit Karotten stieg 2019 um 6 % auf 13.727 ha an und hat damit nach stetigen Anbauausweitungen in den vergangenen vier Jahren ihr bisher höchstes Niveau erreicht. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sind die Schwergewichte im deutschen Möhrenanbau, auf diese drei Bundesländer entfallen etwa 60 % der bundesweiten Flächen.

2019 mit Rekordproduktion

Nach der hitze- und trockenheitsbedingten Minderernte im Jahr 2018 ist die Karottenproduktion im Folgejahr deutlich auf 791.000 t gestiegen. Damit konnte der Markt bis in den Mai des Folgejahres mit Lagermöhren bedient werden.

Die vom Statistischen Bundesamt erfasste Fläche beinhaltet Möhren, die mit und ohne Laub vermarktet werden, Mini-Möhren, bunte Karotten und auch Bio-Ware. Die Bio-Flächen werden getrennt erfasst und erreichten 2019 mit 2.377 ha ebenfalls Rekordniveau. Damit liegt der Anteil der Bio-Flächen im Möhrenanbau bei 17 %.

Importe überwiegend aus den Niederlanden

Trotz der hohen Produktion – kein anderes Gemüse wurde 2019 deutschlandweit in so großer Menge geerntet – ergänzten nach wie vor Importe in Höhe von 273.000 t das Angebot in Deutschland. Diese stammen überwiegend aus den Niederlanden, gefolgt von Spanien und Italien. Während Italien traditionell in den Wintermonaten Lieferant für Bundmöhren und ab März für erste Frühkarotten ist, hat Spanien seine Präsenz in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt und sich 2019 knapp vor Italien zum zweitwichtigsten Lieferanten für Möhren entwickelt. Dabei stammen auch Bio-Karotten verstärkt aus Spanien, nachdem der Einzelhandel den Lieferungen aus Israel überwiegend eine Absage erteilt hat.

Möhren stark im Einzelhandel

Karotten sind bezogen auf die Einkaufsmengen der Haushalte in Deutschland das TOP-2 Produkt innerhalb der Warengruppe Gemüse, nur Tomaten können noch höhere Einkäufe verbuchen. Durchschnittlich landeten im Jahr 2019 etwa 8,3 kg frische Möhren in den Einkaufskörben der Haushalte. Etwa 92 % der Karotten werden ohne Laub als sogenannte Gewichtsmöhren gekauft. Der Preis wird für eine Gewichtseinheit, zumeist 1 kg angegeben. Daneben gibt es Bundmöhren, die als Bunde von 550-1.000 g gehandelt werden. Meist werden sie nicht nach Gewicht bezahlt, der Preis gilt für ein Bund. Mini- oder Snackmöhren zeigten bis 2018 ein starkes Wachstum; sie gehören mittlerweile zwar zum Standardsortiment der meisten Ketten im Einzelhandel, der Absatz stagniert jedoch.

Deutschland EU-weit TOP-1

Mit der hohen Ernte aus dem Jahr 2019 hat Deutschland erstmals die führende Rolle im europäischen Möhrenanbau übernommen. Bisher wurden in Polen und Großbritannien größere Mengen geerntet als in Deutschland. Die EU-Möhrenernte belief sich 2019 auf etwa 5,6 Mio. t.