Fakten zu Möhren – kurz und knapp

Die Anbaufläche an Möhren in Deutschland ist 2025 um 3 % oder 402 ha auf 14.191 ha erweitert worden.  Das ist die zweitgrößte Anbaufläche seit 2010. So bleibt der Rekord im Jahr 2021 mit einer Möhrenanbaufläche von 14.923 ha bestehen. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sind dabei nach wie vor die Schwergewichte im deutschen Möhrenanbau. Auf diese drei Bundesländer entfielen 2025 etwa 63 % der bundesweiten Flächen. Während Niedersachsen seine Möhrenflächen um 11 % auf 2.462 ha ausdehnte und auch in Nordrhein-Westfalen 2025 auf einer um 5 % größeren Fläche (4.531 ha) Möhren angebaut wurden, schränkte Rheinland-Pfalz seine Möhrenfläche zuletzt um 6 % auf 1.980 ha ein.

Die vom Statistischen Bundesamt erfasste Fläche beinhaltet Möhren, die mit und ohne Laub vermarktet werden, Mini-Möhren, bunte Karotten und auch Bio-Ware. Da die Fläche für ökologisch produzierte Möhren im Jahr 2025 mit 3.343 ha fast identisch zum Vorjahr blieb, verringerte sich der Flächenanteil von Bio-Möhren von 24,3 % im Jahr 2024 leicht auf 23,6 % im Jahr 2025.

Die deutschlandweite Brutto-Möhrenernte übertraf 2025 das Vorjahr mit 865.679 t um knapp 2 %. Das Plus bei der Erntemenge blieb also hinter dem Flächenzuwachs zurück. Die Wachstumsbedingungen waren nicht immer optimal. Insbesondere im ökologischen Anbau senkten Trockenheit, Insektenbefall und Virusdruck die Erträge. Nach dem erntestarken Vorjahr sank die Erntemenge bei Bio-Möhren 2025 um 11 % auf 172.171 t. Der Anteil an Bio-Karotten an der gesamten Möhrenproduktion betrug 2025 nur noch knapp 20 % im Vergleich zu 23 % im Jahr 2024.

Importe überwiegend aus den Niederlanden

Die gute Versorgungslage mit Möhren aus deutscher Produktion ließ 2025 die Importmenge an Möhren auf ein Rekordtief fallen. Mit einer vorläufigen Menge von 204.500 t wurden rund 10 % weniger Möhren importiert als 2024. Die Hälfte aller importierten Möhren kam 2025 aus den Niederlanden. Damit konnten die Niederlande ihre Liefermengen vergangenes Jahr sogar um fast 5 % im Vergleich zum Vorjahr ausbauen. Während die Importmengen aus Dänemark stabil blieben, wurden 2025 deutlich geringere Mengen aus Italien und Spanien geliefert. Italien ist traditionell in den Wintermonaten Lieferant für Bundmöhren und ab März für erste Frühkarotten. Spanien hat sich zu einem bedeutenden Lieferanten für Bio-Möhren entwickelt. Die größten Importe an Bio-Frühmöhren stammen mittlerweile aus Spanien.

Möhren stark im Einzelhandel

Möhren waren bezogen auf die Einkaufsmengen der Haushalte in Deutschland 2025 das TOP-3 Produkt innerhalb der Warengruppe Gemüse, nur Tomaten und Salatgurken können noch höhere Einkaufsmengen verbuchen. Durchschnittlich landeten im Jahr 2025 etwa 10,3 kg frische Möhren in den Einkaufskörben der Haushalte (HH). Etwa 94 % der Möhren werden ohne Laub als sogenannte Gewichtsmöhren gekauft. Während Gewichtsmöhren (+7 %) und Mini-Möhren (+10 %) ihre Einkaufsmengen 2025 gegenüber dem Vorjahr ausbauen konnten, ist der Trend bei Bundmöhren deutlich negativ. Im Jahr 2021 wurden durch private Haushalte noch 622 g/HH eingekauft, 2025 waren es laut AMI Analyse nach YouGov-Daten nur noch 416 g/HH.

 

Deutschland EU-weit TOP-1

Seit 2019 hat Deutschland die führende Rolle im europäischen Möhrenanbau übernommen. Danach folgen Frankreich, Polen und die Niederlande. Europaweit wurden die Flächen, nach international hohen Möhrenpreisen, für 2024 um knapp 8 % auf 103.000 ha erweitert. Die EU-Möhrenernte belief sich 2024 auf etwa 4,7 Mio. t. Damit ist die europaweite Produktion um 8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.